Praxisbeispiel Mediation

23.01.2017

Praxisbeispiel Mediation:
Wie lassen sich innerbetriebliche Konflikte lösen?

Frau M. übernahm als jüngere Führungskraft in einem größeren Konzern die Leitung einer seit Jahren in der selben Zusammensetzung bestehenden Abteilung. Sie sollte neue Impulse und Ideen einbringen und die Kommunikation innerhalb der Abteilung verbessern. Nach einigen Wochen gestaltete sich die Zusammenarbeit zwischen Frau M. und ihrem Team jedoch zunehmend problematisch. Es drohte die Handlungsunfähigkeit der ganzen Abteilung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Frau M. bat die Personalentwicklung um Hilfe. Ich selbst bin seit längerem als externer Coach für das Unternehmen tätig. Frau M. kannte ich bisher nicht. Es wurde ein Mediationsgespräch in den Räumen des Konzerns vereinbart.

Im einem Gespräch gemeinsam mit allen beteiligten MitarbeiterInnen konnten die jeweiligen Interessen herausgearbeitet werden. Es konnten die Ursachen für Fehler in der Kommunikation und in nicht mehr effizienten Prozessabläufen herausgearbeitet werden. Letztlich zeigte sich, dass hinter den jeweils eingenommenen Positionen vielfach ähnliche Interessen steckten.

Gemeinsam konnten die Wege zur Zielerreichung optimiert werden.

Die Kommunikationsabläufe wurde neu und praxistauglich definiert, so dass es künftig nicht mehr zu Missverständnissen kommen kann. Bestehende Schwierigkeiten mit Arbeitszeit- und Überstundenregelungen konnten ausgeräumt werden. Mit den Teilzeitkräften wurde ein Anwesenheitskonzept erarbeitet, das für alle Beteiligten eine sinnvolle Lösung bietet.

 

Nach Abschluss des Mediationsverfahrens war die Handlungsfähigkeit der Abteilung wiederhergestellt und die Effizienz deutlich erhöht.

Für das gesamte Verfahren wurden insgesamt vier Treffen benötigt.

 

 

Ablauf eines Mediationsverfahrens

 

Ein Mediationsverfahren durchläuft in der Regel fünf Stufen

  1. Erster Termin und Erläuterung des Verfahrens
    Beim ersten Treffen erläutert der Mediator den Beteiligten die Grundsätze der Mediation: Die Freiwilligkeit der Teilnahme, die Neutralität des Mediators, die Pflicht zur Information, die absolute Vertraulichkeit des Verfahrens und die Verantwortungsübernahme durch die Beteiligten.

    Es liegt nicht am Mediator Lösungsvorschläge auszuarbeiten, es ist Sache der Beteiligten, sich eigene Lösungen zu überlegen und zu diskutieren.

  2.  

  3. Sammeln aller relevanten Konfliktthemen
    Im zweiten Verfahrensschritt werden die Konfliktthemen zusammengetragen. Alle Beteiligten erhalten die Gelegenheit ihre Themen vorzubringen und ihre Position darzustellen. Dabei wird gewährleistet, dass jeder in ausreichendem Maß zu Wort kommt. Der Mediator notiert dabei Übereinstimmungen und Differenzen.

     

  4. Rangordnung und Bearbeitung der Konfliktthemen
    Ein wesentlicher Schritt im Hinblick auf die Lösung, ist die Offenlegung der Interessen und Bedürfnisse der Beteiligten, die häufig hinter den vorgebrachten Positionen stehen.

     

  5. Erarbeiten von Lösungsmöglichkeiten
    Nun werden von den Beteiligten verschiedene Lösungsmöglichkeiten erwogen. Alle Ideen dürfen ausgesprochen und von anderen Beteiligten aufgegriffen und weiterentwickelt werden. Das Ziel ist die Formulierung realistischer Lösungswege, die von allen Beteiligten getragen werden können.

     

  6. Verfahrensabschluss
    In diesem letzten Schritt erfolgt die Ausarbeitung einer verbindlichen Vereinbarung. Sie wird schriftlich fixiert und nach Möglichkeit von den Beteiligten unterzeichnet. Auf diese Weise können langwierige gerichtliche Auseinandersetzungen vermieden und die Beziehungen zwischen den Beteiligten erhalten werden.

 

Verwendete Literatur
Studiengang Mediation, FernUniversität in Hagen.

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