Burn-out-Syndrom

Mit Burn-out wird ein Zustand physischer, mentaler und emotionaler Erschöpfung beschrieben, der in erster Linie auf berufliche Überlastung zurückzuführen ist. Bisher ist Burn-out vom Gesundheitssystem nicht als eigenständige Erkrankung anerkannt – eine einheitliche Definition wurde bisher nicht vorgenommen. Es lassen sich unter dem Begriff jedoch verschiedene Symptome erfassen, auch lässt sich ein typischer Verlauf beschreiben. Eine der ersten Definitionen für Burn-out stammt aus den 1980er Jahren von Christina Maslach. Sie beschreibt die Hauptmerkmale des Burnout.

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Hauptmerkmale

  1. Emotionale Erschöpfung Es entsteht ein Gefühl der inneren Leere, man fühlt sich demotiviert, als sei alle Kraft endgültig verbraucht. Die Folge ist ein emotionaler Rückzug.

  2. Innere Distanzierung von der Arbeit (sog. Depersonalisation) Die Umwelt wird aus einer eher negativen Perspektive gesehen. Man distanziert sich von Kolleginnen und Kollegen und reduziert die eigene Gefühlswelt.

  3. Die eigene Leistungsfähigkeit wird stark reduziert Es kommt zu Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen, Stress kann nicht mehr angemessen verarbeitet werden. Die Arbeitsfähigkeit wird zunehmend in Frage gestellt.

Definition

Eine andere, verständlichere Defintion haben niederländische und israelische Wissenschaftler gefungen: „Burn-out ist ein Zustand psychischer, emotionaler und mentaler Erschöpfung, der in emotional belastenden Situationen auftritt. Zeichen sind Energiemangel, chronische Müdigkeit, körperliche Beschwerden sowie eine negative Einstellung sich selbst und der Arbeit gegenüber.“ Symptome Insgesamt ist eine ganze Reihe an Symptomen feststellbar. Neben der emotionalen Erschöpfung, sind es auch Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Schwindel und Rückenschmerzen. Jeder Zehnte leidet unter Herzrasen, Atemproblemen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Reizbarkeit, Niedergeschlagenheit, Appetitlosigkeit, innerer Unruhe oder Ängstlichkeit. Mancher Betroffene entwickelt auch Suizidgedanken. Wie kommt es zum Burnout? Burnout ist auf unterschiedliche Auslösefaktoren zurückzuführen. Es lassen sich zwischenmenschliche, persönliche und arbeitsbedingte Faktoren unterscheiden. Zwischenmenschliche Auslösefaktoren

  • Veränderungen in der Partnerschaft oder familiäre Probleme

  • Streitigkeiten im Freundeskreis

  • Probleme mit Arbeitskollegen

  • Mobbing

Persönliche Auslösefaktoren

  • Gesundheitliche Probleme

  • Idealismus und hohes Verantwortungsbewusstsein

  • Perfektionismus und hohe Anspruchshaltung

  • Unterdrücken der eigenen Gefühle und Bedürfnisse

Arbeitsbedingte Auslösefaktoren

  • Hohe berufliche Anforderungen

  • Arbeiten unter ständigem Zeitdruck

  • Mangelnde Anerkennung durch die Vorgesetzten

  • Geringe Entscheidungsfreiheit und große Anteile an fremdbestimmtem Arbeiten

  • Schichtarbeiten oder unregelmäßige Arbeitszeiten

Phasen des Burnout Ein Burnout lässt sich in unterschiedliche Phasen gliedern. In der Anfangsphase erleben viele Betroffene ein sehr hohes Engagement für ihre beruflichen Ziele. Oft ist diese Phase von hoher Motivation geprägt und das eigene Tun wird als äußerst sinnvoll empfunden. Man hält sich jeodch zunehmend auch für unentbehrlich und verliert den Kontakt zu den eigenen Bedürfnissen. In einer zweiten Phase macht sich durch den anhaltenden Stress und das Überengagement langsam ein Zustand emotionaler Erschöpfung breit. Die freie Zeit reicht nicht mehr aus, sich von der beruflichen Belastung zu erholen. Es kommt zu Gereiztheit und Anspannung oder gar zu Aggressivität. Die Belastbarkeit nimmt ab, es kommt zu Stimmungslabilität und Planlosigkeit. Es erfolgt ein emotionaler und in der Endphase auch ein sozialer Rückzug. Die Endphase ist gekennzeichnet von nachlassender Leistungsfähigkeit bis hin zur Arbeitsunfähigkeit. Zu beobachten sind Resignation, verringerte Frustrationstoleranz, Konzentrationsstörungen, Entmutigung, Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit, Minderwertigkeitsgefühle sowie Entscheidungsschwäche. Die psychischen Probleme sind häufig auch Ursache für psychsomatische Beschwerden wie eine erhöhte Anfälligkeit des Immunsystems. Auch Herzklopfen, Verdauungsstörungen, Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Schwindel, Atemprobleme oder Gewichtsveränderungen kommen vor. Viele Betroffene geraten hier auch in die Gefahr einer Suchterkrankung.


Burnout in Zahlen

  • Bis zu 13 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind nach Schätzungen von Burnout betroffen

  • Es dauert im Durchschnitt 18 Monate, bis Burnout-Symptome auch für andere sichtbar werden

  • Jeder dritte Berufstätige fühlt sich stark erschöpft oder ausgebrannt

Verwendete Literatur Burisch, Matthias (2014): Burnout-Syndrom – Theorie der inneren Erschöpfung. Berlin. Oelsnitz von der, Dietrich/Schirmer, Frank/Wüstner, Kerstin (Hrsg.) (2014): Die auszehrende Organisation: Leistung und Gesundheit in einer anspruchsvollen Arbeitswelt. Wiesbaden. Waeldin, Sandra/Vogt, Dominic (2015): Krank im Job: Burnout und die Folgen.

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